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Probefahrt im Audi RS e-tron GT: Mein rasantes erstes Mal in einem Elektroauto

Wie sportlich kann eigentlich ein Elektroauto sein? Sehr, wie die Probefahrt eines E-Neulings mit dem Sportwagen Audi RS e-tron GT eindrücklich zeigt. Dieses Gefährt macht einem den Umstieg auf Elektromobilität leicht.

 

Ich geb’s ja zu: Vor meiner «Jungfernfahrt» in einem E-Auto war ich ein bisschen nervös. Obwohl ich viel las und mir auch alle elektroerfahrenen Bekannten zusicherten, dass es «total easy» sei, hatte ich Respekt. Vielleicht lag das aber auch an der Art des Elektroautos: Ich hatte mich für kein geringeres als den vollelektrisch betriebenen Sportwagen Audi RS e-tron GT entschieden, den zurzeit vermutlich sportlichsten und eindrücklichsten Vertreter in Sachen Elektromobilität

Ein paar Zahlen gefällig? 598 PS, 2323 Kilogramm Leergewicht, knapp fünf Meter lang. Ein solches Ungetüm in echt zu sehen, lässt einen erst mal leer schlucken. «Eine Rakete», versichert mir Sinon Eljezi, Audi Expert in der AMAG Garage Utoquai in Zürich, als wir neben dem Auto für meine Probefahrt stehen. Im Wageninnern geht das Staunen weiter: Das Cockpit erscheint mir gross, auch wenn es nicht wie andere Audi-Modelle über drei, sondern über zwei Screens verfügt. Doch die Funktionen sind sehr vielfältig. So beinhaltet das Navi einen speziellen E-Routenplaner, der Schnellladestationen ansteuert und bis dahin schon mal die Batterie vortemperiert, was die Ladezeit verkürzt. 

Auf der Karte sehe ich zudem, welchen Radius ich mit der aktuellen Reichweite noch fahren könnte. Im besten Fall sind’s 472 Kilometer – das würde reichen bis ans Ligurische Meer. Damit klappt’s heute nicht, die Probefahrt ist auf rund anderthalb Stunden angesetzt. Ein bisschen Ferienfeeling kommt trotzdem auf: dank einer in die Sportsitze eingebauten Massagefunktion. «Man fühlt sich hier fast wie an Bord eines Flugzeugs», so Eljezi. 

 

Autor Tom Wyss auf seiner Probefahrt mit dem Audi RS e-tron GT.

 

Der Motor springt unbemerkt an

Nach dieser kurzen Einführung bin ich nun ready für den «Take-off». «Wie ist denn nun das Fahren?», frage ich ungläubig. Die Antwort kommt schnell und klar: «Genau gleich wie mit einem Benziner!» Das zeigt sich mir aber erst später. Zunächst drücke ich den Startknopf – und höre nichts. Läuft der Motor? Dann tippe ich aufs Gas – und merke: Oh ja, der Motor läuft! Das Auto bewegt sich im Vergleich zu meinem Benziner einfach unglaublich leise vom Fleck, weil der antreibende Elektromagnetismus keine Geräusche verursacht. Dass das Gefährt über 2,3 Tonnen schwer ist, merke ich zudem nur ganz zu Beginn, obwohl es immerhin das 1,5-fache Gewicht meines Autos ist. Doch der Audi RS e-tron GT lenkt sich geschmeidig, wirkt auch im Kreisverkehr nie schwerfällig.

Ich gleite – anders ist das Fahrgefühl fast nicht zu beschreiben. Um nicht in kompletter Stille auf der Strasse unterwegs zu sein, macht das Auto künstliche Geräusche. Dies natürlich primär, um Passanten wissen zu lassen, dass ein Elektroauto am Heranrauschen ist. Doch den Audi RS e-tron GT würde eh keiner übersehen: Wer damit unterwegs ist, hat die bewundernden Blicke auf sicher!

 

Der grüne Schuh mahnt zur Rekuperation

Zu sehr kann ich aber nicht auf die Reaktionen achten. Für mein erstes Mal im Elektroauto verordne ich mir die volle Aufmerksamkeit. Die brauche ich zumindest ganz am Anfang. Sehr schnell stellt sich aber ein sehr intuitives Fahrgefühl ein. Okay, ich habe einen Vorteil: Privat bin ich mit einem Automaten unterwegs, die Umstellung auf das Elektro-Handling, das wegen des jederzeit verfügbaren vollen Drehmoments keine Gangschaltung braucht, fällt leicht. 

Und sonst? Mir als zügigem Verkehrsteilnehmer kommt entgegen, dass die gefahrene Geschwindigkeit in die Frontscheibe hineinprojiziert ist. Ich habe sie also stets im Blick, während ich auf die Strasse schaue. Etwas Ungewohntes sticht mir da ins Auge: ein grünes Schuh-Icon, das auf die Rekuperation aufmerksam macht. So wird angezeigt, dass ich Strom zurückgewinnen könnte. Denn: Mit einer umsichtigen Fahrweise lässt sich im Elektroauto Energie sparen. Im Audi RS e-tron GT lässt sich dies über die Schub- oder über die Bremsrekuperation bewerkstelligen.

 

Sinon Eljezi, Audi Expert in der AMAG Garage Utoquai in Zürich, erklärt die Vorzüge des Audi RS e-tron GT.

 

Beim Beschleunigen werde ich in den Sportsitz gedrückt

Darauf achte ich heute allerdings nur sehr bedingt. Zu sehr lockt das, was das Auto an Pferdestärken zu bieten hat. Um es zu testen, verlasse ich das Stadtgebiet. Zu gerne wäre ich rasch für einen Abstecher nach Deutschland gedüst, um das «Pferd» auf einer dortigen Autobahn am langen Zügel zu führen. Die Zeit reicht wenigstens für einen kurzen Abschnitt auf der Forch-Autobahn. Das genügt allerdings, um den markanten Unterschied zu meinem eigenen Auto deutlich zu spüren: Dieses fährt mit seinen knapp 160 PS auch schon einigen Verkehrsteilnehmern davon. Das Beschleunigen im Audi RS e-tron GT kommt aber einem Katapult gleich! Von 0 auf 100 in 3,3 Sekunden, mein Beifahrer und ich werden förmlich in die Sportsitze gedrückt. Dieses Elektroauto ist ein Ereignis!

Später habe ich noch zweimal die Möglichkeit, zuvorderst an der roten Ampel in einer 60er-Zone zu stehen. Hier gilt es besonders dann achtzugeben, wenn ein Radarkasten in der Nähe ist. Die 60 km/h sind blitzschnell erreicht, den nächsten Fahrer sehe ich schon bald nur noch weit hinten im Rückspiegel.

 

Fazit: Ready für die Elektromobilität

Ich stelle fest: Der Fahrspass ist hoch, das Handling leicht – und auch mein Gewissen ist dank des nachhaltigen Antriebs beruhigt. Die Probefahrt im sportlichen Audi e-tron GT hinterlässt bei mir ein sehr befriedigendes Gefühl. Klar: Für’s Ausprobieren aller möglichen technischen Spielereien reichte die Zeit nicht. Vor allem aber habe ich das Laden in «freier Wildbahn» nicht geübt, nebst dem Fahren der zentrale Punkt beim Umstieg auf die Elektromobilität. 

Sinon Eljezi von der AMAG Garage Utoquai versichert mir nach meiner Rückkehr aber, dass auch das keine Hexerei sei. Wie ich es an einer öffentlichen Ladestation machen müsste, zeigt er mir in der Garage: Ladekarte ans Display halten, den Anweisungen folgen, Stecker rein – fertig. Was es zum Laden in der Öffentlichkeit zu beachten gilt, vermittelt zudem dieser Artikel. Tipp: Dem Ladeanbieter der jeweiligen Marke, zum Beispiel also dem e-tron Charging Service von Audi, beitreten und europaweit von einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur von fast 280’000 Ladepunkten profitieren.

Ich hätte Glück: In der Tiefgarage meines Wohnblocks sind mehrere Wallboxen installiert, ich könnte also bequem über Nacht laden. Ein Blick auf die Schweizer Karte zeigt mir, dass ich den Elektrofahrzeug-Alltag aber auch mit öffentlichem Laden meistern könnte. Allein in meinem Wohnort Stäfa ZH gibt es drei Lade-Optionen, in der Region rechtes Zürichseeufer sind es mehrere Dutzend.

Ich verlasse die AMAG Garage am Utoquai mit dem guten Gefühl, bereit für die Elektromobilität zu sein. Nur etwas fehlt mir zum perfekten E-Glück noch: das nötige Kleingeld für den sportlichen Audi RS e-tron GT!

Der Audi RS e-tron GT im Überblick

Der Audi RS e-tron GT im Überblick

  • Leistung: 440 kW = 598 PS (im Boost-Modus bis zu 646 PS)

  • Beschleunigung 0–100 km/h in 3,3 Sek.

  • Reichweite (WLTP) bis zu 472 km

  • Batterie von 5% zu 80% aufgeladen in 22,5 Min. (Ladestationen, die bis zu 250 kW liefern)

  • Ladesystem: 800 Volt

  • Batteriekapazität: 83,7 kWh

  • Neupreis: Fr. 198'390.–

 

Zum Autor: Tom Wyss ist Journalist im Ringier Brand Studio und verfasst im Rahmen einer Kooperation mit AMAG Retail Texte zum Thema Elektromobilität. Er fährt privat noch einen Benziner, bereitet aber den Umstieg auf ein Elektroauto vor.

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